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Von Dr. Klaus Wieser.

Im Deutschen beschreibt „Political Correctness“ ( politische Korrektheit ) einen Sprachgebrauch, der angeblich durch eine besondere Sensibilisierung gegenüber Minderheiten gekennzeichnet ist und sich der sogenannten Anti-Diskriminierung und das, was dafür gehalten wird, verpflichtet fühlt. Das klingt zunächst recht gut. Aber: Davon wird von einzelnen Personen oder Gruppen bzw. Institutionen wie von einer Droge so reichhaltig Gebrauch gemacht, dass sie gar nicht merken, endgültig in diesen Denk- und Sprachmodus verfallen zu sein. Das kann nicht ohne Folgen für die intellektuelle Verfasstheit der entsprechenden Personen haben. Andererseits wird die politische Korrektheit bewusst gebraucht – meistens, wenn eine wahrheitsgemäße Darstellung von irgendwelchen Geschehnissen für bestimmte Personen oder für ihnen nahestehenden Gruppen nicht erwünscht ist.
Wenn jemand sich nicht an die Regeln für die Politische Korrektheit hält, übertrifft sich die Schar der Hohepriester und Bewahrer der Moralität an echter oder gut gespielter Empörung. Dabei ist zu beobachten, dass sowohl für die Handelnden bei der Entlarvung der Sünder, für die Empörung wie für die Sanktionsforderung nicht das Gleichheitsprinzip gilt. Sogar für die Grünen, die besonders gekonnt mit diesem Instrument spielen, ist es wichtig, wer gegen die Regeln für die politische Korrektheit wie verstoßen hat.

Was zur politischen Korrektheit gehört, lässt sich gut mit dem illustrieren, was zur Zeit in der Öffentlichkeit abläuft. Denn die neue Chefin der CDU, Annegret Kramp – Karrenbauer (AKK), hat sich ein Herz gefasst und in einer Büttenrede bewusst gegen die politische Korrektheit verstoßen. Sie sagte in ihrer Rolle als Putzfrau in der Bütt: „Wer war denn von euch vor Kurzem mal in Berlin? Da seht ihr doch die Latte-Macchiato-Fraktion, die die Toiletten für das dritte Geschlecht einführen. Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie schon stehen dürfen beim Pinkeln oder noch sitzen müssen. Dafür, dazwischen ist diese Toilette.“
Die Folgereaktionen entsprachen dem Drehbuch. Der Orden der vereinigten “Gutmenschen” fiel über sie her. Argumente (besser Beschuldigungen) mit einem gewissen Verständnis für die üblichen Narreteien zum Karneval wechselten sich mit solchen ab, die die deutsche Vergangenheit betrafen und denen, die auf die Außenwirkung zielten. Und dann gab es überreichlich noch die reinen Beschimpfungen.
Die Grenze zur Lächerlichkeit überschreitet mühelos eine Hamburger Kita, die den Kindern u.a. untersagte, zu einer Karnevalsfeier, zu der Verkleiden angesagt war, im Indianerkostüm zu kommen. Die „Sensibilität“ für andere Kulturen, die sich die Politisch Korrekten auf ihre Fahnen geschrieben haben, und die angeblich bei einer Verkleidung zum Indianer nicht gewahrt wird, führt zusätzlich auch noch zur Unfreiheit für die Kinder bei der Auswahl ihrer Kostüme. In jedem Fall ist dieses Vorkommnis bezeichnend für die psychische und intellektuelle Verfasstheit der Handelnden.
Wenn die Politische Korrektheit als Waffe gegen Andersdenkende eingesetzt wird, ist es bei den Medien eine weit verbreitete Praxis zur Steigerung der Wirkung zusätzlich auf Berichte über positive Tatbestände über die unerwünschten Personen oder Institutionen zu verzichten. Umgekehrt werden Kleinigkeiten an „Verfehlungen“ zu großen Affären hochgepustet. Ferner wird auch immer auf eine imaginäre Haltung abgehoben, die hinter dem Handeln der Personen liegen soll. Also nicht das Handeln selbst wird bewertet, sondern die unterstellte Haltung, der dieses Handeln entspringen soll. Man erinnert sich gut an Urteilsbegründungen u.ä.m. der Kommunisten, die damit entsprechende „Beweise“ gegen die Gegner des Klassenkampfes erfanden und sie dann liquidierten. Der politisch Interessierte und vor 1989 Sozialisierte erinnert sich leicht an diese Argumentation wie sie im kommunistischen Machtbereich üblich war.
Schließlich gehört zu der politischen Korrektheit das Prägen und Verwenden von Begriffen, die freundlich wirken und möglichst die Empathie der Menschen ansprechen. Sie schaffen eine Schein-Solidarität mit problematischen Gruppen und behindern im Regelfall die nüchterne Analyse.
Nehmen wir den Begriff der „Flüchtlinge“ für die Migranten, die zwar schon seit vielen Jahren über die deutschen Grenzen kommen, die aber erst in den Jahren 2015 / 2016 aufgrund ihrer schieren Masse in das Bewusstsein gerückt sind. Sehen wir uns einmal an, was alles unter dem Begriff „Flüchtling“ zusammengefasst ist.
Das sind zur Zeit…

(1) In ihrem Heimatland politisch Verfolgte,
(2) Menschen, die wegen ihrer anderen Religionszugehörigkeit von ihren (meistens muslimischen) Nachbarn verfolgt wurden und werden ( wie Christen, Yesiden usw.)
(3) Bürgerkriegsflüchtlinge, die aus dem direkten Kampfgeschehens geflohen und nicht selten schwer traumatisiert sind;
(4) Bewohner von Flüchtlingslagern, denen es dort aus sehr unterschiedlichen Gründen nicht mehr gefiel,
(5) Menschen – besonders aus Afrika – die von ihren Familien geschickt wurden oder die aus eigenem Antrieb aufbrachen, um in Europa entweder für ihre Großfamilien Geld zu verdienen und es zu einem großen Teil nach Haus zu schicken oder/und um selbst ein schöneres Leben zu haben oder/und um etwas zu erleben, was in dem eigenen trostlosen Dorf nicht zu haben ist.
(6) Kriminelle, die sich vor der Polizei und Justiz ihrer Heimatländer „in Sicherheit“ bringen oder ein neues Leben beginnen wollen.
(7) Menschen, die aus verschiedenen, hier nicht aufgeführten Gründen, nach Europa gekommen sind. Beispiel: Angst vor der Blutrache usw.

Wie direkt einsichtig ist, haben die Motive der Herkommenden eine sehr unterschiedliche moralische und besonders auch rechtliche Qualität – besonders, was das Bleiberecht in Deutschland betrifft. Menschen aus dem direkten Kampfgeschehen(Gruppe 3) des syrischen Bürgerkrieges und Freiheitskämpfer für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit usw.(Gruppe 1) haben hinsichtlich ihrer Motive für ihre Flucht und illegale Einwanderung nach Deutschland einen höheren Status als die jungen Burschen der Gruppe 5. Dabei bildet die letztgenannte Gruppe der „Wirtschaftsflüchtlinge“ die weitaus größte Einheit. Die Bezeichnung „Flüchtling“ würde man für sie normalerweise auch nicht verwenden sondern diese Bezeichnung stände den erstgenannten (1 bis 3) zu. Es ist also eine zielgerichtete Verabredung, die „ehrenvolle“ Bezeichnung eines kleinen Teils der Migranten auf alle auszuweiten.
Umgekehrt gilt eine Differenzierung dieser „Flüchtlinge“ in Gruppen schon als „Rassismus“ .Mit dieser beleidigenden Form der Diskriminierung gegen Dritte, die sich bewusst auf die entsetzlichen Geschehnisse in der deutschen Geschichte bezieht, will man diejenigen treffen, die nicht mit allen Aspekten der herrschenden Politik übereinstimmen.
Besonders gelungen ist der Begriff der “Geflüchteten”, weil man dann auch diejenigen, die vor einer Maus geflüchtet sind, einbeziehen kann.

Auch durch die Anwendung der Prinzipien der „Political Correctness“ auf den Bereich der Migration ist ein merkwürdiges Klima in Deutschland entstanden, das sogar von einem Teil der Mittäter unangenehm erlebt wird. AKK ist zwar nicht unter den Scharfmachern des Politischen Korrektheit“ einzuordnen, wohl aber Teile der Partei, die sie führt. Ob sie es trotzdem schafft, die verhängnisvolle “Political Correctness“ in der CDU abzubauen und die für die Zukunft der deutschen Gesellschaft zerstörerische Wirkung der Masseneinwanderung zu steuern, ist zu bezweifeln.
Zusätzlich zu der von den Gutmenschen (Pseudomoralisten) betriebenen „Political Correctness“ in der Absicht, ein anderes Weltbild bei Fragen von Masseneinwanderung, Islamisierung, bewusster Veränderung der Bevölkerungsstruktur usw. durchzusetzen, als es die Vernunft gebietet, gibt es noch andere Motive. Diese sind noch weniger ehrenhaft als die Verwendung von „Political Correctness“ der „Gutmenschen“.

Denn häufig drängt sich der Verdacht auf, dass eine politische Meinung, die mit Argumenten aus der Trickkiste der „Gutmenschen“ gefüttert wird, in Wirklichkeit höchst persönlichen Zielen der Aktivisten dient. Nicht selten ist ein derartiger Zusammenhang leicht zu durchschauen. „Politische Korrektheit“ dient dann dazu, erlangte Vorteile zu verschleiern. Ein Motiv für die Flüchtlingshilfe durch bestimmte Personen, kann die Bevorzugung bei der Belieferung von Flüchtlingslagern sein oder der Bau von Häusern für die Migranten oder die Vermietung an „Flüchtlinge“, Einstellung von billigen Arbeitskräften usw., weil der Arbeitsmarkt der Region „leergefegt“ ist, oder dass man selbst auf eine Anstellung in der Flüchtlingsindustrie spekuliert . Es kann auch ein immateriellen Nutzen sein, beispielsweise, dass man als Person, als Partei oder auch Verein nunmehr die Chance zum aktiven Einsatz zugunsten der Zuwanderer, zu den „Guten“ gerechnet wird, entsprechend positiv beurteilt wird usw.

Die „politische Korrektheit“ betrifft – wie schon deutlich geworden sein dürfte – zunächst hauptsächlich den Sprachgebrauch. Jedoch schlägt wahrscheinlich auf Dauer die Verpackung auf den Inhalt durch, d.h.: die Verpackung konterminiert den Inhalt. Die ideologisch vergiftete, bewusst vernebelnde Begriffs- und Satzbildung dürfte sich in den Denkstrukturen der Handelnden niederschlagen und andere infizieren.
Es wäre sicherlich interessant, die Politische Korrektheit und ihre Folgen durch eine seriöse wissenschaftliche Studie zu erhellen. Die Fragestellung könnte etwa lauten: “Führt langjährige Political Correctness zu einer allgemeinen Unfähigkeit zu einem scharfen analytischen Denken!?“
Oder populärer ausgedrückt: „Führt ‚Political Correctness‘ zur kollektiven Gehirnerweichung ?“

Diskussion

  1. Christel Koppehele

    Mrz 28, 2019  um 9:57

    Hoffentlich hat das “bampf” die von Dr. Wieser hier aufgelisteten Gruppen von “Flüchtlingen, Geflüchteten, Migranten, Invasoren” wie ich sie gelegentlioch nenne, nur im Ansatz zur Kenntnis genommen bzw. dementsprechend gesetzlich korrekt behandelt. Man las schon gelegentlich Stellungnahmen aus diesem Amt, dafür habe man keine Zeit gehabt bei dem Ansturm. Was wohl der Wirklichkeit entsprechen dürfte. – Frau Merkel hat vor wohlwollend lauschenden Kirchenvertretrern geseufzt, sie haben eben nur Barmherzigkeit geübt bei ihrem Kommando, a l l e hereinzulassen.
    Diese “Barmherzigkeit” bleibt ihr p r i v a t ja unbenommen, aber als Kanzlerin muß sie, wie beeidet, Schaden vom deutschen Volk fernhalten. Den Eid zu brechen fiel ihr offenbar leicht. Und die Probleme für Deutschland: Diebstahl, Raub, Mord, Messer- und Auto-Terror-Attacken, Milliarden Kosten usw- … hat sie geradezu verbrecherisch in Kauf genommen. -

  2. General Bockwurst

    Apr 13, 2019  um 16:01

    habe mich heute mit den Sozis unterhalten , war sehr unerfreulich ; es ging um die sog. “Poser” und Raser ; Herkunft dieser speziellen Tätergruppe mag der Sozi nicht erörtern ( “Deutsche rasen auch ” ) .

    und b ) Frage : “wie kann sich ein junger Mann mit Migrationshintergrund einen € 300k Sportwagen leisten ?”

    Frage ist unzulässig ; “Sie unterstellen kriminelle Aktivitäten ohne die Hintergründe zu kennen ” .

    aha .

    Plausibilität : ein ehemaliger Hauptschüler & Minderleister fährt mit stark überhöhter Geschwindigkeit die hamburger Straßen auf & ab . “Gehen Sie weiter – es gibt hier nix zu sehen ” .

    der Sozialdemokrat an und für sich ist eine Beleidigung der menschlichen Intelligenz .

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