Von Dr. Klaus Wieser.

Kurz nach seinem 75. Geburtstag in der Nacht vom 23. zum 24.08.2016 ist ein Großer unter den Hamburger Bürgermeistern nach schwerer Krankheit gestorben.

Er war – wie in anderen Würdigungen immer wieder betont wurde – ein Hanseat durch und durch, mit seiner Stadt eng verbunden und dazu außerordentlich begabt, für sie wichtige Weichen für die Zukunft zu stellen und sie nach außen hin glänzend zu vertreten. Zu erinnern ist an die großen Infrastrukturprojekte wie den Ausbau des Flughafens, die Ansiedlung von Airbus und die „Vaterschaft“ für die Hafencity. Nicht nur aufgrund eigener Hellsicht sondern auch aufgrund der Tatsache, dass seine Regierung sich zunächst auf die FDP und dann auf die STATT Partei stützen konnte, war ihm das möglich.

Er trat zurück, als am Wahlabend 1997 klar wurde, dass es die STATT Partei nicht wieder in die Bürgerschaft schaffen würde und ihm für eine Weiterführung seines Amtes die notwendige Mehrheit fehlen würde. Eine Koalition mit den Grünen wollte er sich und Hamburg nicht
zumuten.

Ich habe ihn als damaliger Landesvorsitzender der STATT Partei persönlich erleben dürfen und schließe mich der Charakterisierung unseres heutigen Bürgermeisters Scholz an, der ihn als einen Mann bezeichnete, der „in einer einzigartigen Weise, Ernsthaftigkeit, Glaubhaftigkeit, Charme und Humor“ verband.
Ich darf hinzufügen: sowie eine „gewisse Schlitzohrigkeit und die Forderung nach einer unbedingten Rechtsstaatlichkeit“.

Er wird deshalb nicht nur seiner Partei, der SPD, sondern auch der Hansestadt fehlen.

Diskussion

  1. Ernst

    Sep 15, 2016  um 19:39

    Das ist und bleibt der politische Gegner

    Antworten

    • Klaus Wieser

      Sep 28, 2016  um 15:53

      Lieber Kontrahent,
      auch mit dem politischen Gegner wollen wir doch human und würdig umgehen) Oder sollen wir den miserablen Umgang der anderen mit
      uns kopieren ? Und soll das ausgerechnet mit einem “bürgerlichen” Bürgermeister geschehen, dem alles das suspekt war, was die heutige Politik im Kern ausmacht ?
      Er wollte diese Politik seiner Heimatstadt nicht zumuten und deshalb sollten wir sein Andenken bewahren-
      Klaus Wieser

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