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Wenn Opa einen guten Tag hat, erzählt er seinen Enkeln von der guten alten Zeit, als es in Deutschland noch nicht so voll war und als überwiegend Deutsche hier lebten. Sie sind zwischenzeitlich zwar nicht ausgestorben, aber ihr Bestand ist stark zurückgegangen. Anthropologen haben begonnen, die Kulturäußerungen dieser Ureinwohner aufzuzeichnen, um sie dereinst der Nachwelt überliefern zu können.
Der „Hohe Rat“ hat dafür die Genehmigung gegeben, obgleich er in der Vergangenheit alles getan hatte, um die Eingeborenen zu dezimieren. Besonders interessant ist für die Enkel, über die Sitten und Gebräuche zu hören, also zu wissen, wie die Deutschen lebten. Die Regeln, nach denen ihr Staat organisiert war, nannten sie „Demokratie“. Es wird von Opa wie ein schönes Märchen geschildert.

Die Enkel vernehmen staunend, dass es damals keinen „Hohen Rat“ gab, der alles bestimmte. Anders als heute (Wir schreiben das Jahr 2070! ) haben sich in der Vorzeit bis in die fünfziger Jahre die Deutschen selbst regiert. Dann wurde die Demokratie abgeschafft. Aber bereits vorher war dieses System stark erodiert, vieles entsprach nicht mehr den Grundsätzen. Als Ursache für die zunehmende Unbrauchbarkeit dieser demokratischen Verfahrensweisen nennt Opa zunächst einmal die zunehmende Dummheit der Deutschen.
Die damalige Einrichtung für das Lernen, die Schulen, arbeiteten immer schlechter, weil die deutschen Eingeborenenkinder große Unlust am Lernen zeigten und die Zuwandererkinder aufgrund ihrer großen Zahl nicht mehr eingegliedert werden konnten.
Schließlich gaben die Deutschen dem Drängen der zugewanderten Muslime nach, einer Übernahme der Scharia parallel zu der überkommenen Rechtsordnung und des Islams als zweiter Staatsreligion neben dem etwas aus der Mode gekommenen Christentums zuzustimmen. Das führte in der Praxis schrittweise zur Ablösung des alten Rechts sowie der Demokratie und zu einer umfangreichen Islamisierung. Die Bevölkerung hat nun zu tun, was die Obrigkeit vorgibt. Niemand hat das Recht, sich in die Angelegenheiten des „Hohen Rates“ einzumischen.

Eigentlich knüpften die neuen Regelungen an die Entwicklungstendenzen in der Spätzeit der Demokratie in Deutschland an. In einer Demokratie haben nämlich sogenannte Parteien – also Organisationen von Personen, die ungefähr die gleiche Meinung haben – das Sagen.
Wahrscheinlich ab 1990 hatten die damals existierenden Parteien begonnen, sich für eine geistige Strömung zu öffnen, die 1968 als eine neue Art Jugendbewegung begann.
Sie war gleichzeitig eine Protestbewegung von Teilen der jungen Generation gegen die Eltern und Großeltern. Diese geistige Strömung speiste sich zunächst aus der nach dem Zweiten Weltkrieg von den Amerikanern propagierten Umerziehung der Deutschen. Dann gab es als zweite Quelle das Werk von Karl Marx und Friedrich Engels und die riesige Fülle der Epigonen, zu denen im weiteren Sinne Stalin und Mao Tse Tung gehörten.
Als dritte Quelle ist die deutsche Romantik zu nennen, die nachhaltig die Utopien/ Ideologien mitprägte. Durch die Mitwirkung von Pastoren und anderer Theologen bekam diese geistige Strömung zusätzliche geistliche Weihen. Sie wurde um die Jahrtausendwende so wirkmächtig, dass sie die Ausrichtung sowohl der sogenannten „linken“ Parteien als auch der Partei der „bürgerlichen“, christlich ausgerichteten Bevölkerung unter der Führung einer gewissen Angela Merkel bestimmte.
Sie waren zusammen mit den sogenannten Massenmedien de facto Ordnungsmacht und vermochten sogar sicherzustellen, dass schon die verbale Opposition in der Öffentlichkeit – aber auch im Privaten – geächtet wurde.
Diese „politische Korrektheit“ wurde nur durch eine neue Partei nicht akzeptiert, die dafür aber mit allen Mitteln bekämpft wurde. Auf lange Sicht hat sie das Unheil nicht abwenden können, was die Deutschen sich selbst durch die geduldete riesige Zuwanderung bereitet hatten. Jedes Infragestellen der Zuwanderung – besonders von Muslimen – wurde nämlich als Verstoß gegen die Menschenwürde und dem Geist der gesellschaftlichen und staatlichen Ordnung angesehen.
Dieses führte dazu, dass Deutschland sich vorübergehend im Glanze einer weltweiten Einschätzung als „moralischer Großmacht“ sonnen konnte. Nicht sehr lange, denn das deutsche Sozialsystem, in das hauptsächlich eingewandert wurde, brach zusammen.

Das Ende dieser schönen Geschichte hat Opa dann nicht mehr sprachlich verklärt, denn es handelt von einem erfolglosen Widerstand der Deutschen, als sie endlich merkten, wohin die Reise ging. Diese endete mit dem Zusammenbruch ihrer Staats- und Gesellschaftsordnung. Sie selbst gerieten aufgrund ihrer Überalterung und hoher Sterberate und weil nach dem Ende ihres Widerstandes alle Schleusentore geöffnet wurden, so dass die Zuwanderer ungehindert ins Land strömen konnten, zu einer immer kleineren Minderheit.
Nach 2050 kam es zur Neuregelung und Abschaffung von all dem, was „Deutschland“ ausmachte. Dazu gehörte auch die Stellung des Christentums und der Kirchen. Die restlichen Christen sind jetzt Dhimmis.
Das Land der Deutschen, das damit untergegangen ist, wird seitdem umweht von einem Hauch von Melancholie und Geheimnissen. Sie äußert sich auch darin, dass sich die Nachgeborenen immer wieder freuen, wenn Opa aus dieser Zeit erzählt – von einer schönen fremden Welt.

Von Dr. Klaus Wieser.

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