Von Dr. Klaus Wieser.

Rent a politician! ( Miete einen Politiker! )

Mit einer nicht ganz so neuen Geschäftsidee ist eine Organisation auf den Markt gekommen, die man von früher her kennt. Sie heißt „Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)“ und war früher eine Partei – sogar so etwas wie eine Volkspartei. Diese Eigenschaft ist ihr irgendwie abhanden gekommen und nun diversifiziert sie jetzt ihre Tätigkeit. Ihr Hauptgeschäft liegt im Bereich der Versorgung ihrer Mitglieder und Anhänger mit Staatsposten und Staatsknete. Sie ist auch im Sozialwesen tätig: Beispielsweise können „Looser“ auf einen Posten hoffen, beispielsweise verbummelte Studenten nach 22 Semestern Politologie .

Bei der neuen Geschäftsidee, die eigentlich eine Wiederentdeckung einer alten ist, handelt es sich um das Mieten eines Politikers – oder in wichtigterisch: „Rent a politician“

Wozu braucht man einen gemieteten Politiker ?

Es wird behauptet, dass er als Vogelscheuche – oder genauer: als Wählerscheuche sehr gute Dienste leistet. Im pädagogischen Bereich ist er als „Buhmann“ gut einsetzbar. Es wird ferner gesagt, dass er als Einschlafhilfe eigentlich unübertroffen ist.
Für das Mietverhältnis gelten die gleichen Regeln wie im normalen Geschäftsleben: Die Mietsache ist gut zu behandeln und unter keinen Umständen zu beschädigen. Sie geht dann nach Gebrauch zurück.

Erstaunlich ist, wieviel Interessenten zu zahlen bereit sind. Es wird von mehreren Tausend Euro berichtet. Dabei muss man allerdings berücksichtigen, dass nicht nur der gegenwärtige Gebrauchswert im Augenblick für den Preis bedeutsam ist sondern häufig spielen auch derartige Überlegungen eine Rolle, ob nicht diese Mietsache in Zukunft nützlich sein könnte. Manchmal ist umgekehrt auch die pure Nostalgie ausschlaggebend für die Preissetzung.

Wie bereits gesagt, ist diese Geschäftsidee nicht ganz neu, denn bereits 2010 hatte die CDU in NRW Gespräche mit dem damaligen Ministerpräsidenten, Jürgen Rüttgers, gegen Bezahlung angeboten. Im SPD Angebot sind laut ZDF unter anderem Justizminister Heiko Maas, Arbeitsministerin Andrea Nahles, Umweltministerin Barbara Hendricks, Fraktionschef Thomas Oppermann, die Generalsekretärin Karin Barley, Wirtschafts-Staatssekretär Matthias Machnig und der SPD – Bundestagsabgeordnete Hubertus Hein. Vermarkter ist die SPD Agentur Network Media GmbH ( NWMD), die unter anderem Veranstaltungen und Kampagnen organisiert. Sie ist eine Tochterfirma des SPD-eigenen Vorwärts – Verlages – einer der mächtigsten Pressekonzerne in der Bundesrepublik Deutschland.
Der Preis schwankt zwischen 3000 und 7.000 Euro. Er wird in der Form einer Unterstützung der „ Vorwärts- Gespräche“ getarnt.

Man ist immer wieder erstaunt, auf welche Ideen die Altparteien kommen, um abzuzocken : Beim Staat oder bei interessierten Lobbyisten, die sehr wohl wissen werden, ob bzw. dass das Geld für ihre Zwecke bei der SPD gut angelegt ist.

Interessant ist, dass eine derartige Methode der Geldbeschaffung nicht unbedingt gegen die Finanzierungsregeln des Parteiengesetzes verstößt. Kein Wunder, denn die Altparteien haben sich ihre Regeln so gezimmert, dass sie ihnen keine Fesseln anlegen. Ferner ist erstaunlich, dass die SPD – Spitze davon angeblich nichts weiß.

Man darf darauf hoffen, dass bei der nächsten Wahl die SPD endgültig ihren Status als Volkspartei verliert und nicht mehr für eine Bundesregierung gebraucht wird. Dann wird auch die Bedeutung der genannten SPD Würdenträger abnehmen und damit der Mietpreis sinken.

Soweit der Presse zu entnehmen ist, wird dieses Geschäftsmodell (vorübergehend ??) ausgesetzt. .

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