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Von Dr. Klaus Wieser

Was fast nicht gesagt wurde.

Am 30.11.2015 musste sich unsere Bundesvorsitzende Frauke Petry in der Sendung „ Hart aber fair“ mit vier Gegnern herumschlagen. Das Thema: „Vom Wutbürger zum Brandstifter – woher kommt der rechte Hass?“ war von vornherein einseitig ausgerichtet. Denn ganz offensichtlich ging es angesichts der Besetzung der Talkrunde hauptsächlich darum, Frauke Petry vorzuführen.
Aber nicht von diesem misslungenen Versuch, soll hier gesprochen werden, sondern darüber, dass meistens am Thema vorbei diskutiert wurde.

Das lag daran, dass bestimmte Tatsachen ausgeblendet wurden. War das Absicht?
Aus dem Hamburger Landesvorsitzenden und stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft und Mitglied der CDU brach es für einen Moment heraus: Er verwies auf den Hass von links, unter dem er und seine Kollegen seit Jahrzehnten leiden müssen. Die anderen Anwesenden wiesen das natürlich zurück und übergingen in der Folgezeit diesen Hinweis.
Genau dieser Punkt weist auf die Hauptursache des unterstellten Hasses hin, der sich angeblich speziell gegen Flüchtlinge richtet.

Zu den großen Fehlentwicklungen, die Deutschland seit dem Dreißigjährigen Krieg heimsuchten, gehört nach Ansicht des Verfassers auch die sogenannte Studentenrevolte von 1968. Wer die Demonstrationen und Prügeleien miterlebt und in die wutverzerrten Gesichter der Demonstranten gesehen hat, hätte sich sehr wohl denken können, welche Folgen das haben würde. Er hat sich das jedoch nicht vorstellen mögen, weil seinerzeit die Bundesrepublik in Westdeutschland – gemessen an den Nachbarn – ausgesprochen idyllisch war. Über das, was danach folgte, wissen sicher die meisten Leser aus eigenem Erleben Bescheid: RAF, Demonstrationen gegen den NATO – Doppelbeschluss, gegen die Erweiterung des Frankfurter Flughafens, gegen die Atomkraft usw.
Unvoreingenommene Betrachter muss die ungeheure Brutalität der Demonstranten gegenüber der Polizei und die Zerstörungswut entsetzt haben.

Schon früh gaben sich diese eindeutig linken Gruppierungen eine Tarnung als sogenannte Friedensgruppen, Menschenrechtsgruppen, Frauengruppen, als Umweltschützer, grüne oder kommunistische Gruppen (die sich dann später zusammen taten), usw. aus. Bekanntlich gab es Tote und sehr viele Verletzte. Die öffentliche Meinung jedoch wurde offensichtlich schrittweise so eingestimmt, dass die linke Gewalt immer weniger zum Skandal wurde. Daran mag der „Marsch durch die Institutionen“ der Anführer mitgewirkt haben, die darin gipfelte, dass einige dieser Damen und Herren als Politiker in den weichen Ministerstühlen Platz nehmen durften und noch heute eine Rolle spielen.
Manche begannen direkt in einer der gegenwärtig etablierten Parteien – besonders bei den Grünen – ihre Karriere. Andere machten einen Umweg über kommunistische Parteien. Letztlich war auch dieser Umweg karrierefördernd.

Die Gewalt und der Hass gegenüber Andersdenkenden wurde an die folgenden Generationen weitergereicht. Die Feindschaft gegen das Hassobjekt Nummer Eins, genannt „Das System“, also der Staat, wurde in der Folgezeit fast rituell gepflegt. Die Polizei musste jahrzehntelang unter diesem Hass leiden. Fast kein Jahr verging ohne irgendwelche Untaten dieser „Linken“ mit verletzten Polizisten und hohem Sachschaden.
Eine schlimme Entwicklung, die aber in der öffentlichen Meinung wie ein Naturereignis hingenommen wurde. Man gewöhnte sich fast daran.

Für die linken Feinde der Demokratie gibt es gegenwärtig die traditionellen Hassobjekte weiter – nämlich „das System“ und die „Rechten“. Dabei wird alles als „Rechts“ bezeichnet, was nicht mit ihrer verqueren Weltsicht vereinbar ist. Sie bildeten spezielle Truppen, die sogenannte „Antifa“, die sich ganztägig dem Krawall widmen können. Angeblich sollen sie aus dem Etat der Familienministerin bezahlt werden.

„Woher kommt der Hass?“ ist also eine Frage, die sich wenigstens teilweise beantworten lässt, wenn man sich wirklich bemüht und sich nicht eine ideologisch beschränkte Denkweise angewöhnt hat. Es ist doch erstaunlich, dass bei der Suche nach den Ursachen der Blick nach Links ausgespart bleibt, als wenn man auf dem linken Auge blind sei. Wie weit bereits diese einseitige Sicht auf die Dinge bei der Arbeit bestimmter Sozialwissenschaftler Eingang gefunden hat, fällt nicht nur dem fachlich Informierten auf.
Man sollte sich an die Volksweisheit erinnern, die da lautet: „Wess’ Brot man isst, dess’ Lied man singt!“, wenn man diesen Tatbestand beklagt. Es wäre jedoch unrealistisch, wenn man von den Lebensumständen derer absieht, die Sozialwissenschaften betreiben

Wie aber sollen diejenige, die sich ebenfalls mit dieser Frage „Woher kommt der Hass?“beschäftigen, aber anderen Berufsgruppen angehören, derartige Zusammenhänge qualifiziert in eine derartigen Talkrunde einbringen?

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