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Von Dr. Klaus Wieser.

Man brauchte kaum zu warten, bis wieder die Umdefinition missliebiger Vorkommnisse begann, die nicht in das Bild der linken Schickeria von sich und der Welt passten. Denn es war unzweifelhaft ein linksextremer Mob, der sich exzessiv mit Prügeln, Brandstiften, Plündern usw. während der G 20 Tage in Hamburg austobte. Für die linke Schickeria, die sich als „Gutmenschen“ begreifen, war das inakzeptabel. Zwar wurde – besonders von der Partei „Die Linken“ geschwafelt, dass diese Gewalttaten nicht „links“ seien; insofern hätten sie nichts damit zu tun. Das war angesichts der Beweislage im hohen Maße unglaubwürdig und deshalb wurde für jedermann schnell deutlich: Die Strategie des schlichten Verleugnens war nicht ausreichend – es musste eine andere her. Nichts ist leichter als das, denn darin sind die linken Meinungsmacher erfahren. Letztlich tun sie das laufend – nämlich: Die Wirklichkeit nicht nur durch ihre Brille sehen sondern sie auch in ihrem Sinne zu korrigieren.

Schon während der Ausschreitungen selbst suchte man nach Ausfallstrategien und fand sie schnell in fehlerhaften Verlautbarungen der Polizei und im Fehlverhalten einzelner Polizisten. Natürlich war zu erwarten, dass bei diesem immensen Stress, unter dem die Beamten standen, es durchaus vorkommen konnte, dass sie zu spontan und nicht vorschriftsgemäß auf Provokationen reagierten. Mit detaillierten Berichten darüber konnten die linken Meinungsmacher die Polizei und die verantwortlichen Politiker in Verlegenheit bringen. Möglicherweise wurde auch von ihnen häufig mitgeholfen, einzelne Polizisten anzuzeigen.
Aufgrund des Erschreckens der Öffentlichkeit über die Bilder und Berichte über die Brutalität und Niederträchtigkeit des linken Mobs musste massiv und sofort von den realen Vorkommnissen abgelenkt werden. Deshalb griffen die linken Meinungsmacher sofort bestimmte Fragestellungen rund um die Planung und Strategie des Polizeieinsatzes auf. Auf einen Schlag hatten wir eine Menge Polizeistrategen, die genau wussten, was an dem Konzept der Polizei falsch und zusätzlich auch noch schiefgelaufen war.

Viel spricht dafür, dass es die gewaltsamen Auseinandersetzungen um die Kernkraft, um den „NATO – Doppelbeschluss“, um die Hausbesetzungen usw. waren, die als Geburtsstunde dieses Typs linker Gesinnung mit nihilistischem Einschlag angesehen werden können. Es entstand das absolute Feindbild von der Polizei und von ihrem Gewaltmonopol, das sich in vielen Publizisten- und Politikerköpfen von grün und links verfestigte. Zu den Wortführern der Dauer – Diffamierung der Polizei gehörte beispielsweise die Band „Ton – Steine – Scherben“, die die Polizei als „Knüppelgarde“ bezeichnete. Die damalige Managerin dieser Band tut dieses mehr oder weniger als Jugendsünde ab. Zwischenzeitlich hat sie als Grüne Karriere gemacht und ist gegenwärtig Vizepräsidentin des deutschen Bundestages. Ihr Name: Claudia Roth. Ihre schlimme Vergangenheit kompensiert sie wie viele Grüne durch ein auf die Spitze getriebenes Gutmenschentum. Auch ein anderer bekannter Schläger und Steinewerfer jener Zeit ist ein Grüner, nämlich Joschka Fischer. Auch er hat die Strecke bis zur vorgeblichen Seriosität geschafft – und zu einem Leben auf „Staatsknete“. Typisch ist in diesen und noch problematischeren Fällen wie beispielsweise bei einem anderen Politiker, der in die RAF verstrickt war, dass es sich jeweils um Grüne handelt, die sich im besonderen Maße zum moralischen Lehr-und Zuchtmeister der Deutschen aufschwingen.

Wer von den damaligen Journalisten/Publizisten und den Politikern der linken Altparteien seinerzeit durch die „68er Schule“ gegangen ist, hat dann seine Gesinnung an die Nachwachsenden weitergegeben. Bemerkenswert ist, dass andererseits gleichzeitig ein Teil der als „gemäßigt“ geltenden Linken von SPD und Grünen diese Stadt beherrschte und beherrscht. Derartige Ausschreitungen wie zum G 20 -Gipfel sind deshalb gleichzeitig Anlass für eine interne Auseinandersetzung innerhalb der linken Szene. Die vielen Jahre sozialdemokratischer Vorherrschaft waren es, die die Ausbildung und Ausbreitung eines linksnihilistischen Biotops und einer linken Schickeria befördert haben. Diese ist recht umfangreich geworden und hat in Hamburg großen Einfluss in fast allen Lebensgebieten gewonnen hat. Das merkt man sogar an Schulzeugnissen und Gerichtsurteilen. Deshalb war es nicht verwunderlich, dass um die Jahrtausendwende in Hamburg ein Ronald Schill als „Richter Gnadenlos“ von sich reden machte und als Protest gegen die „Hamburger Verhältnisse“ in kurzer Zeit eine Partei gründen und dann mit fast 20 % der Sitze in das Hamburger Landesparlament („Bürgerschaft“) einziehen konnte.

In die Strategie der Verharmlosung der linken Gewalt während des G 20 Gipfels gehört auch eine Rechnung über 8.550 Euro, die das Kabarettduo Jan-Peter Petersen und Nils Loennicker ( bekannt unter dem Namen „Alma Hoppe“) an die Senatskanzlei schickte . Sie verlangen einen Schadenersatz für zwei ausgefallenen Vorstellungen wegen des G 20 Gipfels. Merke: Nicht die linksextremen Gewalttäter, die für einen Ausnahmezustand in der Stadt sorgten und damit für den Ausfall der Vorstellungen, waren aus ihrer Sicht die Verursacher des Schadens sondern die Ordnungsmacht war es. Wahrscheinlich fehlt diesen sogenannten „Kulturschaffenden“ ein Gespür für Stil und Maß, denn im Budgetdoppeljahr 2017/2018 wird dieses Privattheater vom Hamburger Steuerzahler mit 74.000 Euro aus dem Privattheatertopf der Kulturbehörde bezuschusst. Auch im linken Biotop Hamburg ist das eine recht ordentliche Freundschaftsbekundung. Oder ist es nur eine Gebühr für zukünftige nützliche Dienste zugunsten von Rot und Grün? Demnächst ist Bundestagswahl!

Eine Pikanterie am Rande: Der Titel des am 7. und 8. Juli ausgefallenen Stückes heißt „Der Frontalschaden“!

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