Am Anfang der Soziologie als Wissenschaft stand die Frage, was den Zusammenhalt einer modernen Gesellschaft bewirkt.

Vormals bei den kleinen Stammesgesellschaften, die sich zusammenschlossen oder auf natürlichem Wege zu teilweise großen Völkern heranwuchsen, war ein hoher Zusammenhalt unter den Mitgliedern selbstverständlich. Die andauernde Bedrohung durch die Umwelt wirkte solidarisierend. Im Laufe der Zeit entwickelten sich bei den Stämmen und Völkern jeweils eigene Normen, eine eigene Sprache oder eigenständige Variationen einer gemeinsamen Sprache, häufig eine eigene Religion usw., die in einigen Fällen indirekt bis in die Gegenwart hineinwirken.

Wie aber sah und sieht es in jüngster Vergangenheit und in der Gegenwart mit derartig heterogenen – vor nur einer Generation einheitlicheren – Gesellschaften wie beispielsweise der deutschen aus ? Man könnte meinen, dass das Zusammengehörigkeitsgefühl immer schwächer würde, da es ohnehin bei den Deutschen nicht besonders stark entwickelt war und weil in der Gegenwart immer mehr die Bedingungen fehlten und fehlen, die zur Kohäsion führen.

Ganz allgemein: Damit sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den Menschen und damit eine Kohäsion der Gesellschaft entwickeln kann, ist es im Regelfall ( Ausnahmen gibt es auch: Schweiz ) zunächst wichtig, dass sich die Menschen verstehen können – also die gleiche Sprache sprechen. Damit diese die Verhaltensweisen und die Reaktionen der anderen nicht missdeuten, ist es notwendig, dass die Menschen viele Jahre – am besten von früher Kindheit an – zusammengelebt und vieles miteinander erlebt haben. Je mehr Gemeinsamkeiten sie aufweisen, je mehr ihr Schicksal und ihre Lebensbedingungen sich ähneln und miteinander verknüpft sind , umso mehr Wahrscheinlichkeit gibt es, dass sie ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickeln. Andere Faktoren wie die Gewissheit, dass die Eltern, Großeltern, die Urgroßeltern  – gemeinsam Geschichte erlebt haben, stabilisieren das Zusammengehörigkeitsgefühl weiter.

Wie aber wirkte Zuwanderung in die deutsche Gesellschaft ?

Nach Deutschland, dem Land in der Mitte Europas, sind über viele Jahrhunderte häufig Menschen eingewandert. Abgesehen von den Römern und Juden, die bereits auf dem späteren fränkischen Territorium lebten. Nach der Teilung des fränkischen Reiches unter den Enkeln und Urenkeln Karls des Großen in Westfranken (Frankreich) und Ostfranken (Deutschland) kamen im Rahmen der deutschen Ostkolonisation im frühen Mittelalter von Westslawen besiedelte Gebiete zu Ostfranken/Deutschland hinzu. Wie die ursprünglich dänisch -sprachigen Einwohner in Süd Schleswig wurden sie alle zu Deutschen.

Einwanderer im engeren Sinne waren im 17. Jahrhundert die Hugenotten, die Salzburger und dann mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert die “Polen“. Diese waren allerdings schon deutsche Staatsbürger und hatten das deutsche ( preußische) Bildungssystem durchlaufen. Sie stammten aus denjenigen deutschen Ostgebieten, die im Zusammenhang mit den polnischen Teilungen im 18.Jahrhundert an Preußen gekommen waren und mit Preußen zu einem Teil des Norddeutschen Bundes und dann des deutschen Kaiserreichs wurden. Und schließlich kamen während der Weltkriege die sogenannten „Fremdarbeiter“ und danach die „Gastarbeiter“, sowie viele durch Kriege und politischer Verfolgung entwurzelten oder schlichtweg aufgrund des Wohlstandes in Deutschland angelockten Zuwanderer.

Bis auf einen Teil der Einwanderer der letzten fünfzig bis siebzig Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts sind sie oder spätestens ihre Nachkommen restlos Deutsche geworden.

Was hat das bewirkt ? Obwohl bei den Einwanderern im 17.und 18. und in der ersten Hälfte des 19.Jahrhundert viele der oben genannten Voraussetzungen für die Entwicklung eines Zusammengehörigkeitsgefühls mit den Alteingesessenen fehlten, gab es für sie den Zwang und/oder den Willen zur Integration, der die „natürlichen“ Assimilationsfaktoren unterstützte. Das geschah auch ohne den ausdrücklichen Willen der Zuwanderer, dass sie sich in die deutsche Gesellschaft integrierten und später ganz assimilierten. Dabei half im Regelfall bei den hier einwandernden Europäern, dass sie – relativ gesehen – mit den Deutschen viele Gemeinsamkeiten teilten. die ihnen zu entsprechender Handlungsfreiheit verhalf. Sehr wichtig waren damals die Gemeinsamkeiten der christlichen oder /und jüdischen Religionszugehörigkeit mit den Einheimischen.

Die Einwanderer, die während und nach der Industrialisierung kamen, konnten leichter über ihre gemeinsame Arbeit mit den deutschen „Eingeborenen“ in die deutsche Mehrheitsgesellschaft integriert werden. Im Ruhrgebiet gab es besonders viele preußische Staatsbürger polnischer Muttersprache aus den polnisch sprachigen Gebieten. Aber ihre und spätestens ihrer Kinder Eingliederung in die deutsche Gesellschaft ging relativ schnell.

Wie gesagt: Die meisten Zuwanderer stammten in der Vergangenheit aus ähnlich verfassten Gesellschaften wie die deutsche. Wie aber sieht es mit den Zuwanderern aus nichteuropäischen Ländern aus, die in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg kamen – besonders, wenn sie auch noch Muslime sind ?

 

Die Erfahrungen in der Vergangenheit sind „durchwachsen“. Wir dürfen zwar feststellen, dass sich viele der ehemaligen türkischen oder anderen muslimischen „Gastarbeitern“ vom Balkan sowie viele der muslimischen „Asylanten“ und ihre Nachkommen problemlos assimiliert haben. Aber es gibt viel zu viele Gegenbeispiele von integrationsresistenten oder nur oberflächlich angepassten muslimischen Zugewanderten, die häufig in Parallelgesellschaften leben und die weder vernünftig Deutsch sprechen, noch in das Berufsleben eingegliedert sind. Sie leben von Hartz IV, weisen häufig eine erhöhte Kriminalitätsgefährdung auf und sind nicht selten bereit, sich den in der deutschen Gesellschaft geltenden Normen aktiv zu widersetzen.

Was geschieht, wenn die Gruppe dieser nicht Integrierten plötzlich einen sehr starken Zuwachs durch die neu Zugewanderten erlebt ?

Von diesen werden sich wahrscheinlich die gut Gebildeten und säkular Ausgerichteten in die deutsche Gesellschaft eingliedern können und wollen. Die anderen werden das Heer der hier nicht wirklich Beheimateten stark vergrößern, denn sie werden alles daran setzen, ihre Familien nachzuziehen, die im Regelfall groß sind. Da sie je nach ihrer Herkunft ebenfalls ein starkes Gemeinsamkeitsgefühl aufweisen, werden sie wahrscheinlich zusammenziehen und dadurch weitere Parallelgesellschaften zu den bereits bestehenden entwickeln.

Da die deutsche Gesellschaft schrumpft, wird sie nicht mehr in der Lage sein, diese unterschiedlichen Gemeinschaften zu integrieren – erst recht nicht zu assimilieren. Die Unterschiede zwischen ihnen werden sich höchstwahrscheinlich vertiefen – und zwar nicht nur die ökonomischen. Es ist nicht davon auszugehen, dass eine stark steigende Anzahl finanziell Minderbemittelter problemlos von den deutschen und integrierten ausländischen Steuerzahlern unterhalten werden können. Das wird zu Konflikten führen, die sich schlimmstenfalls auch gewaltsam Bahn brechen können – und.. und…und..

 

Aber: Es kann auch anders kommen und das hängt von beiden Seiten ab. Durch eine umfangreiche und gewissenhafte aktive Integration in die deutsche Kultur und Sprache sowie durch eine aktive Hilfe auch zu einer mentalen Eingliederung dieser Zuwanderer in die deutsche Gesellschaft könnte es gelingen, aus den Fremden Deutsche werden zu lassen. Es gibt genug deutsche Mitbürger, die ihnen dabei behilflich sein werden. Die Anzahl der Fremden darf aber nicht zu hoch sein, denn mit ihrer steigenden Anzahl, der sehr unterschiedlichen Herkunft und der unterschiedlichen Motivation der Zuwanderer fällt die Assimilation schwer., ist vielleicht unmöglich. Die Zukunft unsere Gesellschaftsordnung steht auf dem Spiel, wenn nicht sofort der weitere illegale Zuzug gestoppt wird und durch Abschiebung nicht nur von Wirtschaftsflüchtlingen sondern auch von Integrationsunwilligen die Gesamtzahl der verbleibenden Einwandernden stark vermindert wird. Nur eine zahlenmäßig geminderte und von uns nach unseren Kriterien gesteuerte Zuwanderung kann uns vor einer kulturellen Marginalisierung im eigenen Land in der Zukunft bewahren..